Antwort auf: Braucht Soest eine Kulturmarke?

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Hiddemann-Holthoff
Teilnehmer

Ich würde das eher umdenken. Braucht Soest einen Betrieb der eine Kulturmarke aufbaut, die Soest unterstützen kann? Meine Antwort wäre klar ja. Es ist ja die Aufgabe von Städten und Kommunen, Kultur zu fördern und die Partizipation der Bürger*innen; dazu gehört für mich auch die Förderung von künstlerischer Freiheit, Vielfalt und einem Bildungsauftrag. Kultur und Bildung sind an dieser Stelle eben auch Geschwister.

Das ist aber schwer zu machen, weil Wettbewerbsdruck in der Kulturszene unglaublich groß ist und gleichzeitig öffentliche Kulturinstitutionen mit einem stetig wachsenden privaten Freizeitmarkt konkurrieren. Zur selben Zeit ist die Tendenz, dass sich Kommunen und Länder verstärkt aus der öffentlichen Förderung zurückziehen.

Also wird im Grunde die professionell einzuführende Kulturmarke zur Notwendigkeit für Kulturbetriebe, damit sie ihr Fortbestehen durch nachhaltige Erträge absichern können.

Was macht die Marke also?
Kulturmarken sollen Assoziationen auslösen, Besucherwünsche und Teilhabewünsche entstehen lassen. Kulturmarken können Authentizität vermitteln, Identitätspolitik, Kongruenz in der Kommunikation nach außen mit einem klaren erkennbaren Profil und bestimmten zu definierenden Alleinstellungsmerkmalen. Eine Kulturmarke kann ja auch ein Wunsch nach Gestaltung sein, um Veränderungen herbeizuführen.

Im Ergebnis wäre dann die Kulturmarke der Erfolg in der Region, aber auch ggf. darüber hinaus. Wenn eine solche Marke Zuspruch hat, weiß man, dass sie angenommen wird. Dann wird die Marke auch wiedererkannt, auch außerhalb der Region. Das bedeutet, dass viele Menschen damit erreicht werden können um ihnen damit zu ermöglichen, daran zu partizipieren, zu lernen und sich zu integrieren. Im Grunde auch die Rezipienten, welche nicht integriert sind oder sich schwerer integrieren lassen.

Für die Kunst sehe ich das eher skeptisch, da ich nicht überzeugt bin, dass jeder Mensch ein Künstler ist. Aber es gibt unter bekannten Künstlern Beispiele für Marketing. Andy Warhol mit der Marke Pop Art, Gerhard Richter als globale Marke und Georg Baselitz. Wie man sieht ist die Markenbildung unter “Künstlern” immer noch eine Männerdomäne. Außerdem ist die Kunst ja gewollt frei und nicht unbedingt Kultur. Da würde ich die Kulturmarke eher als Beengung sehen.

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